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Kommunikation für kleine Budgets, Teil 2

Die erzwungene Veranstaltungs- und Geschäftspause birgt hohe finanzielle Risiken, kann aber auch als Vorbereitsungszeit für den Neustart nach dem Lockdown genutzt werden. Zum Beispiel, in dem man die Vereins- oder Firmenkommunikation endlich mal strategisch aufgleist. Teil zwei der praktischen Anleitung zur Kommunikations-Optimierung.

Von Daniela A. Caviglia, für das Pferdemagazin Kavallo

Die richtige Mischung macht’s

Alle Kommunikationsmittel haben eines gemeinsam: Werden sie richtig miteinander kombiniert, so potenzieren sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung. Am Bekanntesten ist dieser Effekt wie bereits besprochen beim Versand von adressierten Werbebriefen. Deren Erfolg steigert sich um ein Vielfaches, wenn Sie die Empfänger ein paar Tage später telefonisch kontaktieren. Aber auch Zeitungsartikel und Anzeigen oder elektronischer Infobrief und Website verstärken sich gegenseitig.

Ziele setzen

Welchen Bekanntheitsgrad möchten Sie erreichen? Und wo möchten Sie ihn erreichen? Sich bewusst Ziele zu setzen, ist eine gute Übung, um herauszufinden, wo sich der Einsatz von Zeit und Geld in der Kommunikation am meisten lohnt. Wer eine ganze Branche abdecken möchte, für den lohnt es sich, in Interessens-Medien Inserate, PR und Fachartikel zu veröffentlichen. Wer lokal viel Sichtbarkeit anstrebt, konzentriert sich besser auf Lokal-Medien sowie Plakate und Flyer.

Aber: Nur ausreichend hoch gesteckte Ziele fordern den Erfindungsgeist und den Einsatzwillen des Menschen so richtig heraus. Neben den «vernünftigen» Zielen darf man ruhig auch eine Liste mit den allerhöchsten Zielen erstellen, in welchen die eigenen Wünsche restlos ausgeschöpft werden, ohne Rücksicht auf das Budget. Das hilft einerseits, sich der eigenen Wünsche so richtig bewusst zu werden und fördert andererseits die Kreativität. Nach ausgiebigem Schwelgen in den eigenen Visionen vom maximalen Erfolg kann man immer noch prüfen, was alles mit den Mitteln, die man jetzt gerade zur Verfügung hat, realisiert werden kann.

So arbeiten Sie auf Ihre Ziele hin

Sind Sie sich Ihrer Kommunikationsziele und deren Realisierungschancen jetzt bewusst? Dann können Sie die Planung angehen. Erinnern Sie sich dabei gut an Ihre Zielgruppen, Ihre idealen zukünftigen Mitglieder oder Kunden, und verlieren Sie deren Lieblings-Argumente nie aus den Augen. Legen Sie für jedes Kommunikationsinstrument die Argumente fest, die Ihre idealen Neukunden ansprechen. Der erste Schritt in Ihrer Planung zeigt Ihnen, womit, wann und wie Sie kommunizieren können.

Von der Planung zur Umsetzung

Haben Sie die Tabelle für Ihren Verein oder Ihr Unternehmen angepasst, können Sie zu jedem Kommunikationsmittel mögliche Unterstützer suchen. Fragen Sie Vereinsmitglieder, Mitarbeiterinnen oder Familienangehörige, ob sie sich engagieren möchten und wenn ja, in welchem Umfang, wie häufig und für welches Kommunikationsmittel. Als nächstes legen Sie verbindliche und realistische Termine zur Umsetzung Ihrer neuen Kommunikationsstrategie fest.

Erfahrungsgemäss sollte sich eine erste konkrete Planung über einen längeren Zeitraum erstrecken. Die meisten Kommunikationsmassnahmen entfalten ihre volle Wirkung nämlich erst nach einer gewissen Zeit, in der Regel nach zwei bis drei Jahren. Eine Aktionsanzeige mag zwar kurzfristig Erfolge, beispielsweise Veranstaltungsbesucher oder Schnäppchenjäger, bringen, wirkt aber mit wachsender Bekanntheit des Vereins oder der Firma immer besser. Ein Interessent liest vielleicht erst ein Jahr lang einen Newsletter, bevor er aktiv wird und Sie kontaktiert.

Zwei bis drei Jahre dranbleiben

Durch eine längerfristige Planung verhindern Sie, dass Sie selbst und Ihre Mitwirkenden auf dem Weg zum Ziel aufgeben. Unterstützend wirkt dabei, dass sämtlichen aktiv Mitarbeitenden durch Ihre Jahres-Planung von Anfang an bewusst ist, dass sie die besprochenen Leistungen über einen längeren Zeitraum erbringen müssen. Setzen Sie auch von Anfang an für alle verbindliche Termine fest. So kann jeder seinen Einsatz langfristig planen und die anstehenden Arbeiten in ruhigen Zeiten erledigen.

Planungsbeispiel mit wenig finanziellem Spielraum

Die folgende Planung zeigt ein konkretes Kommunikationsbeispiel. Ausgegangen wird von einem regional tätigen Dienstleister oder Shop, der über wenig Werbebudget verfügt. Also einen kleinen Reitartikel-Laden oder ein neu gegründeter Ponyhof. Publikumswirksame Aktionen wurden gezielt in die Kommunikation eingeplant, unter Umständen einzig zu Kommunikationszwecken lanciert. Die Planung berücksichtigt den Verstärkereffekt durch die zeitliche Abstimmung der Kommunikationsmittel.

Vorausgesetzt, Sie realisieren Ihre Planung konsequent, steht Ihrem Kommunikationserfolg nichts mehr im Weg. Das Mass des Erfolgs wird aber noch durch drei weitere Faktoren beeinflusst: Motivation, Wiedererkennbarkeit und Echtheit.

Motivation – intern oder extern?

Mit der Umsetzung der verschiedenen Kommunikationsmassnahmen sollten Sie nur hochmotivierte Mitwirker beauftragen. Mangelnde Motivation wirkt sich negativ bei jedem Telefongespräch, bei jedem Text und an jeder Veranstaltung aus. Sollten Sie feststellen, dass bei jemandem echte Begeisterung für die neue Aufgabe fehlt, suchen Sie besser weiter. Werden Sie in Ihrem eigenen Umfeld nicht fündig, lohnt es sich zu überlegen, ob die Arbeit ausgelagert werden soll.

Der Wiedererkennungs-Effekt

Wo immer möglich, lassen Sie den Wiedererkennungs-Effekt für sich arbeiten. Wiedererkennung ist optisch durch die Gestaltung und den Auftritt (Logo) und sprachlich mit bestimmten Textbausteinen (Slogans) möglich. Sorgen Sie also für einen einheitlichen Auftritt Ihrer Korrespondenz, der Anzeigen, Plakate, der Website und der Zeitschrift. Überlegen Sie sich sorgfältig und am besten zusammen mit zwei oder drei kritischen Bekannten einen Slogan. Am besten geeignet ist einer, der die Lieblings-Argumente Ihrer Zielpersonen aufgreift. Oder führen Sie unter Ihren Kunden oder Mitglieder einen Wettbewerb für den besten Slogan durch.

Echtheit und Glaubwürdigkeit

Obwohl an letzter Stelle aufgeführt, sind dies die wichtigsten Faktoren erfolgreicher Kommunikation. Sie können noch so geniale Werbetexte veröffentlichen, noch so phänomenale Slogans kreieren, eine noch so gute Zeitschrift produzieren: Wenn Ihr Verein oder Ihre Firma nicht hält, was sie verspricht, werden Sie höchstens kurzfristige Erfolge verbuchen können.

Versprechen Sie also nie mehr, als Sie auch halten können. Und kommunizieren Sie ehrlich. Wenn Ihnen ein Fehler unterläuft, stehen Sie dazu. Intern wie auch extern. Dann bleiben Sie glaubwürdig. Und wirken echt. Jetzt sind Sie sicher bereits auf dem Sprung für die ersten konkreten Planungen. Viel Erfolg!

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